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Promenade Münster: Spaziergang rund um die Altstadt

Von Heimat Heroes

Weite grüne Baumallee mit getrennten Wegen und Herbstlaub auf dem Boden

Einmal um Münsters Altstadt, fast immer unter Linden: Die Promenade ist ein rund 4,5 Kilometer langer grüner Ring auf den früheren Stadtbefestigungen. Zwischen Radverkehr und Spazierwegen liegen Torhäuser, Kunstwerke und Reste der alten Stadtmauer. Du kannst die ganze Runde gehen oder einen Abschnitt mit einem Abstecher in die Altstadt verbinden.

Titelbild: Foto: Björn Bochinski / Heimat Heroes.

Einstieg und Verlauf · Sehenswürdigkeiten · Abstecher · Die Promenade auf unserem Etikett

Wo beginnt ein Spaziergang auf der Promenade?

Die Promenade hat keinen festen Startpunkt. Am Schlossplatz lässt sich die Runde mit dem Schloss verbinden; an der Engelenschanze beginnt der südliche Abschnitt, am Mauritztor der östliche. Für die folgende Auswahl starten wir am Neutor am nördlichen Ende des Schlossplatzes und folgen dem Ring im Uhrzeigersinn.

Die rund 4,5 Kilometer beziehen sich auf den Promenadenring. Wege zum Dom, zum Schloss oder zum Aasee kommen dazu. Die Allee ist zugleich eine wichtige Radverbindung: Halte bei Straßenquerungen kurz inne und lass Fahrrädern Platz. Unterwegs kannst du die Runde jederzeit über eine der Straßen Richtung Altstadt verkürzen.

Warum liegt hier ein grüner Ring?

Im 18. Jahrhundert wurden Münsters Befestigungen abgetragen. Johann Conrad Schlaun plante auf dem Gelände eine Promenade, deren Gestaltung Wilhelm Ferdinand Lipper nach Schlauns Tod weiterführte. Heute stehen an der Allee ungefähr 2.000 Bäume, charakteristisch sind die Winterlinden. Die Promenade ist zugleich Bau-, Boden- und Gartendenkmal. Einige Überbleibsel ihrer Vorgeschichte lassen sich auf der Runde noch erkennen.

Zum Ring und seiner Geschichte: Stadt Münster · Promenade und Stadtarchiv · Straßenname Promenade.

Sonnenstrahlen zwischen Bäumen neben einer geschwungenen Straßenlaterne
Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen der Promenade. Foto: Björn Bochinski / Heimat Heroes.

Sehenswürdigkeiten entlang der Promenade

Neutor: die beiden Wachhäuser

Die kleinen Torhäuser am Neutor stehen einander gegenüber. Mit Backstein, Sandstein und ihren Säulenportiken gehören sie zur Neugestaltung nach dem Ende der Befestigungen. Im nordöstlichen Haus von 1778 sitzt heute der Stadtheimatbund. Zusammen mit dem Torhaus am Mauritztor sind sie die drei erhaltenen klassizistischen Torhäuser Münsters. Für den Spaziergang lohnt der Blick von außen auf dieses Paar. Der Stadtheimatbund erklärt die Hausgeschichte.

Wasserbär, Kreuzschanze und Buddenturm

Im nordwestlichen Abschnitt liegen mehrere Spuren der Befestigung dicht beieinander. Bei Kleimannstraße und Lazarettstraße ist ein Wasserbär erhalten: ein gemauertes Wehr, das unterschiedliche Wasserstände in den Stadtgräben regulierte. Seine Funktion beschreibt die Baugeschichte des Landgerichts.

An der Kreuzschanze steht Nicole Eisenmans Sketch for a Fountain: fünf überlebensgroße Bronzefiguren rund um ein Wasserbecken, seit 2021 dauerhaft hier. Daneben ragt der Buddenturm auf, ein erhaltenes Bauwerk der Stadtbefestigung aus dem 12. Jahrhundert. Er war unter anderem Wehrturm, Gefängnis und Wasserturm. Am Mauerrest westlich des Turms setzt Susana Solanos Intervención en Münster Stahlplatten und Träger gegen den mittelalterlichen Stein. Alle drei sind Außenstationen der Runde.

Zu den Kunstwerken: LWL · Eisenmans Brunnen und Kunsthalle Münster · Solano am Buddenturm.

Zwinger: ein Mahnmal am nördlichen Ring

Weiter östlich, im Bereich der Lotharingerstraße, steht der Zwinger. Der Bau aus dem frühen 16. Jahrhundert war in der NS-Zeit Haft- und Hinrichtungsstätte der Gestapo. Heute ist er ein Mahnmal für die Opfer der Gewalt. Im Inneren befindet sich Rebecca Horns Installation Das gegenläufige Konzert. Die Außenansicht ist Teil des Spaziergangs; für einen Besuch im Inneren gelten eigene Zeiten.

Ohne Führung: sonntags von Juni bis September, 14–18 Uhr. Eintritt 1,50 Euro, ermäßigt 1 Euro; nur Barzahlung.

Führungen von April bis Oktober: am ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr ab Stadtmuseum, am dritten Donnerstag um 20 Uhr ab Zwinger. Preis: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro; keine Anmeldung erforderlich. Bei der Taschenlampenführung am Donnerstag ist nur Barzahlung möglich.

Saison und Zugang: Im Oktober gibt es keine reguläre Sonntagsöffnung am Nachmittag. Von November bis März ist der Zwinger geschlossen. Der Innenbesuch ist nicht barrierefrei. Stadtmuseum Münster · Zwinger.

Mauritztor: ein weiteres Torhaus

An der östlichen Promenade erinnert das Torhaus an der Mauritzstraße 27 an das frühere Stadttor. Es ist der dritte erhaltene Bau dieser Art. Wenn du die Häuser am Neutor gesehen hast, lässt sich hier gut vergleichen, wie diese kleinen Gebäude die ehemaligen Zugänge zur Stadt markieren.

Engelenschanze: Quadrate im Wind

Im Süden stehen George Rickeys Three Squares Gyratory II. Drei Edelstahlquadrate bewegen sich durch den Wind. Die Arbeit ist seit 1975 an der Engelenschanze zu sehen; die damalige Debatte um ihre Aufstellung wurde zu einem Anlass für die erste Skulptur Ausstellung 1977. Bei Windstille bleiben die Quadrate ruhig – ihre leichte Konstruktion lässt sich trotzdem von verschiedenen Seiten betrachten. Kunsthalle Münster · Rickeys Quadrate.

Westerholtsche Wiese und zurück zum Schlossplatz

Auf dem südwestlichen Abschnitt liegt die Westerholtsche Wiese mit der Aa und einem erhaltenen Stück Stadtmauer. Die Grünfläche dient auch als Überschwemmungsfläche bei Hochwasser. Auf dem Weg zurück zum Schlossplatz fällt die historische Gerichtsfassade an der Gerichtsstraße 2 auf: Das frühere Landgerichtsgebäude beherbergt heute das Amtsgericht. Am Schlossplatz kannst du zum Schloss hinübergehen. Für die vollständige Runde führt der letzte Abschnitt entlang des Schlossplatzes nach Norden zum Neutor zurück.

Das Schloss war als Residenz für den Fürstbischof Maximilian Friedrich gedacht. Der Bau begann 1767 nach Plänen Johann Conrad Schlauns. Seit dem Wiederaufbau 1954 gehört das Gebäude zur Universität und beherbergt ihre Leitung und Verwaltung. Es ist also auch heute ein Arbeitsort. Die große Fassade lässt sich vom Schlossplatz aus betrachten. Für den Abstecher hinter das Gebäude findest du Schlossgarten und Botanischen Garten mit Besuchsinfos in unserem Ortsguide. Universität Münster · Geschichte des Schlosses.

Zur Wiese: Stadt Münster · Wasser und Aa. Zur Gerichtsfassade: Landgericht Münster · Historie.

Altstadt, Aasee oder Flohmarkt dazu?

Vom Ring führen kurze Abzweigungen in die Innenstadt. Unser Altstadt-Spaziergang verbindet Prinzipalmarkt, Dom und Überwasser. Im Südwesten kannst du die Runde Richtung Aasee erweitern; der Tagesvorschlag für Münster hilft dir, Stadt und See zu kombinieren. Wenn du zum Stöbern kommen möchtest, findest du die kommenden Termine in unserem Guide zum Promenadenflohmarkt.

Werbung · Aus unserem Sortiment bei Heimat Heroes

Die Promenade auf dem Etikett der Promenadenmischung

Unsere schöne Promenade hat uns bei Heimat Heroes zum Namen und zum Design der Promenadenmischung inspiriert. Der Kräuterlikör trägt Münster-Motive auf dem Etikett. Drei davon kannst du auf dieser Runde wiederfinden: den Buddenturm, den Zwinger und das Schloss. Das Fahrrad passt zur Promenade als Radweg – in der Masematte heißt es Leeze.

Flasche Promenadenmischung von Heimat Heroes mit Buddenturm, Zwinger und Schloss auf dem Etikett
Münster-Motive auf unserem Etikett. Bild: Heimat Heroes · Bildnachweis.

Mehr über die Sprache und Wörter wie jovel und Leeze erfährst du im Masematte-Guide. Den Kräuterlikör findest du als Promenadenmischung in unserem Heimat Heroes Shop. Weitere regionale Getränke und Servierideen stellt „Was trinkt man in Münster?“ vor.

Weitere Wege durch die Stadt findest du unter Münster entdecken.